Zur Eröffnung von O-Ton-Wagner feiert Achim Freyer mit einem außergewöhnlichen künstlerischen Projekt am 17. April 2026 in HELLERAU Premiere. In einer eigens entwickelten Bilddramaturgie präsentiert er im Großen Saal des Festspielhauses „Zwischenwelten – Malerei in Bewegung“: großformatige digitale Projektionen eigener Gemälde und Bildwelten, die faszinierende Bühnenräume auf einer Leinwand entstehen lassen und Film- und Theatersprachen in besonderer Weise verbinden.

Diesen Bildwelten setzt der Komponist Jeffrey Ching mit der Uraufführung seiner „Ringsymphony“ eine ebenso eigenwillige musikalische Dramaturgie und Klangsprache gegenüber, die als Bearbeitung von Richard Wagners Ring-Zyklus im März 2026 vom Philippine Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Grzegorz Nowak in Manila aufgenommen wurde. Freyers konsequente Bild- und Raumdramaturgie wird neben dem musikalisch-dramaturgischen Konzept von Jeffrey Ching zusätzlich um eine Raumklang-Konzeption von Till Seigfried und Helge Petzold erweitert, indem die mehrkanalige Studioaufnahme Grundlage für eine multidimensionale Präsentation des Orchesterklangs wird. „Wagner X Freyer“ wird somit ein Projekt, das Richard Wagners Vision des „Unsichtbaren Orchesters“ konsequent aufgreift, mit innovativen technologischen Mitteln etabliert und so ganz neue Einblicke in die faszinierende wie auch abgründige Ästhetik von Richard Wagner vermittelt.

Als Regisseur, Maler und Bühnenbildner prägt der 1934 in Berlin geborene Achim Freyer seit den 1960er Jahren die internationale Theaterwelt und hat Generationen von Künstler*innen beeinflusst. Nach ersten Arbeiten bei Bertolt Brecht am Berliner Ensemble war er bald begehrter Bühnenkünstler und wurde ab 1970 von Benno Besson an die Volksbühne geholt. Weltweit inszenierte er zahlreiche Klassiker und Uraufführungen im Musiktheater. 1988 entwarf er eine gefeierte Fassung von „Einstein on the Beach“ für die Stuttgarter Staatsoper, von Richard Wagner inszenierte er u.a. „Tristan und Isolde“ (Brüssel 1994), „Der Ring des Nibelungen“ (Los Angeles 2009) und „Parsifal“ (Hamburg 2017). Mit „Wagner X Freyer“ öffnet Freyer sein malerisches Universum für eine seltene, immersive Begegnung – ein Gesamtkunstwerk im ursprünglichen Sinne, das die Musik Wagners nicht illustriert, sondern in einen eigenständigen, kritischen und künstlerischen Dialog überführt.

Publikumsgespräch mit

  • Esther Lee, Studio Achim Freyer
  • Dr. Olaf Mückain, Wissenschaftlicher Leiter der Museen der Stadt Worms
  • Moritz Lobeck, Programmleiter Musik und Medien HELLERAU

Achim Freyer ist erkrankt und daher leider nicht anwesend.

Achim Freyer in Gespräch mit Detlef Brandenburg

Biografie

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Foto: Angela Fensch

Achim Freyer studierte zunächst Malerei, bevor er Meisterschüler von Bertolt Brecht am Berliner Ensemble wurde und begann, als Bühnen- und Kostümbildner zu arbeiten. 1972 emigrierte er nach West-Berlin und entwickelte dort bald eigene Arbeiten als Regisseur. Seine künstlerische Karriere führte ihn weltweit an die renommiertesten Theater und Festivals. Er erhielt zahlreiche bedeutende Auszeichnungen und war unter anderem zweifacher documenta-Teilnehmer.  

Cast

Konzeption & Künstlerische LeitungAchim Freyer
Video & SchnittStudio Achim Freyer, Esther Lee
Musik/KompositionJeffrey Ching, Richard Wagner
Musik/EinspielungPhilippine Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Grzegorz Nowak
SounddesignTill Seigfried, Helge Petzold
Video/LichtJohannes Petzold, Moritz Arndt

Förderung

Ein Projekt von Achim Freyer in Kooperation mit HELLERAU und dem Philippine Philharmonic Orchestra. Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser vom Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien. Gefördert durch die Stiftung Kunst und Musik für Dresden.