„Amphi II“ ist eine Performance im öffentlichen Raum, die sich mit faschistischen Kräften der Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzt. Das Stück basiert auf einem Tanz, den die Choreografin Noa Eshkol 1953 für eine Gedenkfeier zum zehnten Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto komponierte. Das Werk wurde nur einmal Amphitheater vom Haus der Ghettokämpfer in Israel aufgeführt. 

Omer Kriegers „Amphi II“ übersetzt das Originalwerk und sein künstlerisches und politisches Vokabular in die Gegenwart. Die Choreografie verbindet archivarische Spuren mit Bewegungen, die zwischen Disziplin und Loslösung, Trauer und Erneuerung, Stille und Energie wechseln. Es ist ein bewegtes Denkmal, das Erinnerungen an Massenbewegungen im öffentlichen Raum wiederbelebt. Für Dresden entwickelt Omer Krieger eine neue Version des Werks, die sich zwischen zwei historisch bedeutsamen Orten entfaltet: der ehemaligen Kundgebungsterrasse der NS-Zeit im Stadtzentrum an der Elbe und dem Festspielhaus Hellerau, das als Rhythmikschule gegründet und im Nationalsozialismus zum Standort der Hellerau Polizeischule und Polizeiwaffenschule wurde und anschließend von der Roten Armee genutzt wurde.   

Über zwei Tage hinweg bewegt sich „Amphi“ zwischen Gedenktanz und öffentlicher Aktion. Es arbeitet mit historischen Gesten im aktuellen politischen Kontext und fragt, wie sich Körper versammeln können, ohne uniform zu werden, und wie Gedenken eine aktive Form annehmen kann. Es erprobt eine Form des Miteinanders, die offen und wachsam bleibt gegenüber den Risiken und dem Potenzial von Massenbewegungen.  

Biografie

 

Omer Krieger komponiert performative Aktionen, soziale Situationen, Versammlungsformen und zivile Choreografien in öffentlichen Räumen Er interessiert sich für die Beziehungen zwischen Kunst, Zivilgesellschaft und Aktion.  

Website

Förderung

In Kooperation mit dem Master-Studiengang Choreografie der Palucca Hochschule für Tanz Dresden.