Statement: Geplante GEMA-Reform ist verpasste Chance 

HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste unterstützt als internationales Produktionshaus und wichtige Partnerinstitution für zahlreiche Projekte der sogenannten E- und U-Musik die grundsätzliche Kritik am derzeitigen Verfahren zur geplanten Reform der Kulturförderung innerhalb der GEMA. Insbesondere fehlt es weiterhin an umfassenden und transparent aufbereiteten Modellrechnungen und Informationen, aus denen die individuellen finanziellen Auswirkungen der Reform hervorgehen. 

Die bisher veröffentlichten Simulationen sind unzureichend für eine fundierte und verantwortungsvolle Bewertung. Ein Verfahren dieser Tragweite erfordert zwingend Transparenz, Nachvollziehbarkeit und die echte Möglichkeit zur Mitwirkung aller Betroffenen. Diese Voraussetzungen sind aktuell nicht gegeben. Wir fordern daher eine Aussetzung des laufenden Abstimmungsverfahrens und sprechen uns für einen transparenten, fairen und ergebnisoffenen Prozess aus.

HELLERAU betont die internationale und auch historische Bedeutung von in Deutschland verankerter und geförderter, experimenteller und innovativer Musik. Wir möchten außerdem betonen, dass wir an neuen Perspektiven und erweiterten Diskussionsgrundlagen interessiert sind, die vor allem jüngere, international vernetzte und nicht länger in traditionellen E-U-Mustern denkende und produzierende Künstler*innen stärker berücksichtigen. 

Gerade inmitten radikaler und globaler Transformationsprozesse, die Bereiche wie Urheberrecht und freie Produktionsbedingungen dramatisch beeinflussen, ist die aktuell geplante Reform der GEMA eine verpasste Chance, um das bisherige Solidarprinzip für die nächsten Generationen entscheidend und gemeinsam mit allen betroffenen Künstler*innen weiter zu entwickeln.

– Morith Lobeck, Programmleitung Musik/Medienkunst