Das Festspielhaus HELLERAU, 1911 als Bildungsanstalt für Rhythmik nach den Visionen des Wegbereiters der modernen Architektur Heinrich Tessenow und des Musikpädagogen Émile Jaques-Dalcroze erbaut, ist heute Sitz von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste. Als Bühne der Landeshauptstadt Dresden zählt HELLERAU zu den wichtigsten interdisziplinären Zentren zeitgenössischer Künste und gilt bis heute als Inspirationsquelle für Architektur, Ausdruckstanz, moderne Designformen und als Wiege der Rhythmikausbildung.

Gegen das Vergessen im Dresdner Norden

Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden Menschen aus ideologischen und rassistischen Gründen verfolgt, verhaftet, gequält und ermordet. Viele Opfer wurden über die Internierung in Konzentrationslagern zur Zwangsarbeit herangezogen, um den kriegsbedingten Arbeitskräftemangel auszugleichen. Das Projekt „MNEMO – Gedenkareal Dresdner Norden“ verleiht den Opfer- und Täterorten der Zwangsarbeit und Gewaltherrschaft während der Zeit des Nationalsozialismus im Dresdner Norden eine Sichtbarkeit. 

Gedenkort Hellerau

Die Geschichte des Festspielhausgeländes – und der umliegenden Gartenstadt Hellerau – ist eng verbunden mit den großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Der einstige Kulturort erfuhr mehrere Umformungen hin zu einem Ort der Gewaltgeschichte: Als Standort der NS-Ordnungspolizei und nach Kriegsende der sowjetischen Streitkräfte.

1992 wurde das Gelände dem Freistaat Sachsen und 2006 der Landeshauptstadt Dresden übereignet. Von Beginn an waren lokale Initiativen wie der Förderverein für die Europäische Werkstatt für Kunst und Kultur Hellerau e.V. um eine kulturelle Wiedernutzung des Areals bemüht. In mehreren Schritten wurde die historische Bausubstanz revitalisiert und seit der Spielzeit 2009 ein dauerhafter Betrieb durch das Europäische Zentrum der Künste Hellerau ermöglicht. Auf Initiative des Stadtrates, der Landeshauptstadt Dresden sowie HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste beschäftigte sich der Historiker Robert Badura vom Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) intensiv mit der Geschichte des Festspielhauses im Nationalsozialismus. 

Als Teil von „MNEMO – Gedenkareal Dresdner Norden“ erfährt der Ostflügel auf dem Festspielhausgelände eine Markierung als Ort der Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts.

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  • Landeshauptstadt Dresden

„Hellerau Entdecken“ – inklusives Wissensarchiv

Auf der Website „Hellerau Entdecken“ können zahlreiche Informationen und Bilder über Hellerau in Deutsch, Englisch, in einfacher Sprache und Gebärdensprache digital abgerufen werden. Mithilfe des barrierefreien Wissensarchives kann die Geschichte des Festspielhauses Hellerau von den Anfängen bis zur heute erkundet werden. Die Website wurde vom Werkbund Sachen e.V. entwickelt.

 

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